Kino
Sonntag, 27. Dezember 2009
Flammende Romantik
Karin Zintz
Wer die Liebe im Kino nur mag, wenn sie „happy“ endet, ist hier im falschen Film. Doch für Freunde echter Romantik, Poesie und sinnlicher Zartheit ist „Bright Star“ ein betörendes Weihnachtsgeschenk.
Die neuseeländische Regisseurin Jane Campion („Das Piano“) begibt sich auf die Spuren des britischen Dichters John Keats und schildert eine flammende, tragische Liebe im prüden 19. Jahrhundert.
Der englische Poet Keats (1795-1821), gespielt von Ben Whishaw, war vor seinem frühen Tod an Tuberkulose zwei Jahre lang in Fanny Brawne verliebt. Die junge, kesse Frau vertrieb sich ihre Wartezeit auf den richtigen Mann mit kreativem Nähen und lebte zeitweilig sogar mit Keats unter einem Dach. Doch eine Heirat war unmöglich, weil er kein Geld hatte und seine Gedichte damals kaum Anerkennung fanden. Der beseelte Briefwechsel des Paares, lange nach Keats’ Tod veröffentlicht, sorgte seinerzeit für einen Skandal.
Es ist ein Genuss, die Menschen auf der Leinwand reden zu hören. Gleichzeitig lädt die Regisseurin die Bilder dieser hoffnungslosen Hingabe, die durch Keats’ Krankheit noch schmerzhafter wird, sinnlich auf: Die Gedichte finden ihren Widerhall im Licht, in den berauschenden Farben der Natur, der Textur von handgewebten Stoffen, gelockten Haarsträhnen, locker verknoteten Kordeln und Momenten innigster Nähe.
Ein Frauenfilm? „Natürlich“, sagte Jane Campion im Sommer in Cannes, „Ich kann doch nicht anders. Ich sehe die Welt durch meine Augen und kann nicht aus meiner Haut.“
„Bright Star - Meine Liebe. Ewig“ - Schauburg, DD
Der englische Poet Keats (1795-1821), gespielt von Ben Whishaw, war vor seinem frühen Tod an Tuberkulose zwei Jahre lang in Fanny Brawne verliebt. Die junge, kesse Frau vertrieb sich ihre Wartezeit auf den richtigen Mann mit kreativem Nähen und lebte zeitweilig sogar mit Keats unter einem Dach. Doch eine Heirat war unmöglich, weil er kein Geld hatte und seine Gedichte damals kaum Anerkennung fanden. Der beseelte Briefwechsel des Paares, lange nach Keats’ Tod veröffentlicht, sorgte seinerzeit für einen Skandal.
Es ist ein Genuss, die Menschen auf der Leinwand reden zu hören. Gleichzeitig lädt die Regisseurin die Bilder dieser hoffnungslosen Hingabe, die durch Keats’ Krankheit noch schmerzhafter wird, sinnlich auf: Die Gedichte finden ihren Widerhall im Licht, in den berauschenden Farben der Natur, der Textur von handgewebten Stoffen, gelockten Haarsträhnen, locker verknoteten Kordeln und Momenten innigster Nähe.
Ein Frauenfilm? „Natürlich“, sagte Jane Campion im Sommer in Cannes, „Ich kann doch nicht anders. Ich sehe die Welt durch meine Augen und kann nicht aus meiner Haut.“
„Bright Star - Meine Liebe. Ewig“ - Schauburg, DD








