Kino
Donnerstag, 18. März 2010
Erzähl’s noch mal
Andreas Körner
„Erzähl’ mir noch mal die Geschichte vom Fischkind“, bittet Lala ihre Freundin. „Aber das habe ich doch schon 100 Mal gemacht“, antwortet Guayi. Und beginnt trotzdem. Es geht unter Wasser, auf den Grund eines Sees, der so etwas wie einen Schrein beherbergt. Alles Fantasie? Jungmädchenträume?
Das lateinamerikanische Kino ist dann stark, wenn es wirklich lateinamerikanisch ist, besonders also, mit sehr eigener Erzähl- und Bildsprache, kantig zunächst für unsere Augen, sich nicht um jeden Preis anbiedernd, mystisch, nicht selten mit allen (Un-)Möglichkeiten. „XXY“ über ein Mädchen mit einem seltenen Zwittersyndrom war so ein Film. Das Debüt der Argentinierin Lucia Puenzo. „Das Fischkind“ ist der Nachfolger, und er ist nicht minder beeindruckend, schwer fassbar, wieder vor allem visuell fesselnd.
Lala und Guayi lieben sich wie zwei Königskinder. Die eine aus gut betuchtem Haus, die andere aus einfachen Verhältnissen, die eine mit fast kindlichen staunenden Augen, die andere mit dunklen Erfahrungen einer Flucht, eines Missbrauchs, einer Geburt vor der Zeit. Aus diesen beiden so unterschiedlichen Welten wollen die zwei Frauen ihre eigene machen. Vielleicht. Denn das Vage ist die entscheidende Triebkraft in diesem rästselhaften und mit unzähligen Metaphern aufgeladenen Film, der mühelos zwischen Märchen und Thriller wandelt, in dem Männer zumeist dunkle Typen sind, ganz gleich ob arm oder reich, mit Hund oder ohne. Kino als Reise an Orte ohne Namen, geleitet von zwei prägnanten Schauspielerinnen: Inés Efrón und Mariela Vitale.
„Das Fischkind“ - kino im dach, DD
Das lateinamerikanische Kino ist dann stark, wenn es wirklich lateinamerikanisch ist, besonders also, mit sehr eigener Erzähl- und Bildsprache, kantig zunächst für unsere Augen, sich nicht um jeden Preis anbiedernd, mystisch, nicht selten mit allen (Un-)Möglichkeiten. „XXY“ über ein Mädchen mit einem seltenen Zwittersyndrom war so ein Film. Das Debüt der Argentinierin Lucia Puenzo. „Das Fischkind“ ist der Nachfolger, und er ist nicht minder beeindruckend, schwer fassbar, wieder vor allem visuell fesselnd.
Lala und Guayi lieben sich wie zwei Königskinder. Die eine aus gut betuchtem Haus, die andere aus einfachen Verhältnissen, die eine mit fast kindlichen staunenden Augen, die andere mit dunklen Erfahrungen einer Flucht, eines Missbrauchs, einer Geburt vor der Zeit. Aus diesen beiden so unterschiedlichen Welten wollen die zwei Frauen ihre eigene machen. Vielleicht. Denn das Vage ist die entscheidende Triebkraft in diesem rästselhaften und mit unzähligen Metaphern aufgeladenen Film, der mühelos zwischen Märchen und Thriller wandelt, in dem Männer zumeist dunkle Typen sind, ganz gleich ob arm oder reich, mit Hund oder ohne. Kino als Reise an Orte ohne Namen, geleitet von zwei prägnanten Schauspielerinnen: Inés Efrón und Mariela Vitale.
„Das Fischkind“ - kino im dach, DD







