Kino
Donnerstag, 26. Januar 2012
(Sächsische Zeitung)
(Sächsische Zeitung)
Eine Familie auf der Lauer
Andreas Körner
In „Tage die bleiben“ ist es wieder der Tod, der das Leben hinterfragt.
Gemeinhin wird Pia Strietmanns Debüt als „typisch deutsch“ durchgehen. Das liegt immer ein wenig an der besonderen Aura, besser, der fehlenden. Wenn man das Gefühl hat, das Gezeigte sei gottlob nicht schlecht, aber eben so richtig gut auch nicht. Nicht zwingend genug. Auf unsere Bewertung bezogen – der klassische Dreier.
Tatort Münster: Wieder ist es der Tod, der Fragen zum Leben stellt, wieder ist es eine Familie mit Lügen und Geheimnissen. Andrea (Lena Stolze) rast mit ihrem Auto in einer Seitenstraße gegen einen Laster. Kurz zuvor hat sie ihrem Mann Christian (Götz Schubert) gesagt, dass sie das mit seiner Freundin längst weiß. Und Tochter Elaine (Mathilde Bundschuh) weiß, dass die Mutter im Schwimmbad nicht nur schwimmen ging. Sohn Lars (Max Riemelt) kommt aus Berlin und ist der Blitz in diesem verbliebenen Trio, das sich neu belauert, wo es schon Jahre zuvor spürbare Spannungen gegeben haben muss. Tage vergehen, Tage bis zur Beerdigung.
Wenn die Regisseurin menschlicher Chemie nachspürt, sogar mit feinem Humor, dann hat ihr Film seine stärksten, weil zärtlichen Momente. Wenn er die Figuren nachvollziehbar sein und sprechen lässt, Elaine beispielsweise, die – einer regionalen Tradition folgend – in der Nachbarschaft von Tür zu Tür zieht, um „sechs Typen zu finden, die den verdammten Sarg meiner Mutter in dieses Erdloch schippen“. Hier sitzt Trauer tiefer. Der Streifen schwächelt in jenen Phasen, wenn er zu viel will, dadurch in den Nebensträngen kaum Tiefe erreicht und zum Ende hin einfach zu viel zu gut werden lässt.
Tatort Münster: Wieder ist es der Tod, der Fragen zum Leben stellt, wieder ist es eine Familie mit Lügen und Geheimnissen. Andrea (Lena Stolze) rast mit ihrem Auto in einer Seitenstraße gegen einen Laster. Kurz zuvor hat sie ihrem Mann Christian (Götz Schubert) gesagt, dass sie das mit seiner Freundin längst weiß. Und Tochter Elaine (Mathilde Bundschuh) weiß, dass die Mutter im Schwimmbad nicht nur schwimmen ging. Sohn Lars (Max Riemelt) kommt aus Berlin und ist der Blitz in diesem verbliebenen Trio, das sich neu belauert, wo es schon Jahre zuvor spürbare Spannungen gegeben haben muss. Tage vergehen, Tage bis zur Beerdigung.
Wenn die Regisseurin menschlicher Chemie nachspürt, sogar mit feinem Humor, dann hat ihr Film seine stärksten, weil zärtlichen Momente. Wenn er die Figuren nachvollziehbar sein und sprechen lässt, Elaine beispielsweise, die – einer regionalen Tradition folgend – in der Nachbarschaft von Tür zu Tür zieht, um „sechs Typen zu finden, die den verdammten Sarg meiner Mutter in dieses Erdloch schippen“. Hier sitzt Trauer tiefer. Der Streifen schwächelt in jenen Phasen, wenn er zu viel will, dadurch in den Nebensträngen kaum Tiefe erreicht und zum Ende hin einfach zu viel zu gut werden lässt.








