Kino
Mittwoch, 29. September 2010
(Sächsische Zeitung)
(Sächsische Zeitung)
(Ein-)Heimisch werden
„Hochzeitspolka“
Eine grundlegende Frage zu Beginn: Warum sind die beiden eigentlich ein Paar? Chris-tian Ulmen als Frieder Schulz und Katarzyna Maciag als dessen Braut Gosia Borowka geben ein Pärchen ab, das nicht selten im Grenzgebiet zustande kommt und weit häufiger unter jenen auftaucht, die den mutigen Schritt in den wilden, weil noch nicht entwickelten Osten gewagt haben: Der dickliche Deutsche, angestellt bei einem deutschen Unternehmen, schwer darum bemüht, endlich einer der Einheimischen zu werden, wird den Makel der Herkunft einfach nicht los. Er heiratet die schöne Einheimische, deren Beweggründe, sich ausgerechnet diesen Mann zu angeln gern infrage gestellt werden. Angeblich ist sie nur scharf auf sein Geld. Wer weiß.
Es ist Lars Jessen, der mit „Dorfpunks“ ein treffendes Porträt westdeutscher Provinzialität in den 1980er-Jahren abgeliefert hat, vorzuwerfen, dass er jetzt nicht wenigstens im Ansatz zu erklären versucht, warum der Geschäftsführer eines Bauunternehmens Frieder und seine Gosia heiraten wollen. Trotz jahrelanger Beziehung scheinen sich die beiden kaum zu kennen. Und als dann noch die Freunde des einst coolen Provinz-Rockers uneingeladen zur Feier auftauchen, brennt die Luft. Leider unangenehm. Nicht nur, dass Frieder innerbetrieblich Einiges zu klären hätte, da gibt es auch noch Konflikte, die länger zurück-liegen.
Jessen lässt Deutsche wie Polen gnadenlos an der viel gepriesenen interkulturellen Kommunikation scheitern, fährt an beiden Fronten Klischees auf und lässt den schönsten Tag im Leben im Desaster enden. Integriert, zeigt er, ist Frieder noch lange nicht. Dabei spricht er doch Polnisch. Barbara Munker
Wertung: xxxxxx
Schauburg, DD
Es ist Lars Jessen, der mit „Dorfpunks“ ein treffendes Porträt westdeutscher Provinzialität in den 1980er-Jahren abgeliefert hat, vorzuwerfen, dass er jetzt nicht wenigstens im Ansatz zu erklären versucht, warum der Geschäftsführer eines Bauunternehmens Frieder und seine Gosia heiraten wollen. Trotz jahrelanger Beziehung scheinen sich die beiden kaum zu kennen. Und als dann noch die Freunde des einst coolen Provinz-Rockers uneingeladen zur Feier auftauchen, brennt die Luft. Leider unangenehm. Nicht nur, dass Frieder innerbetrieblich Einiges zu klären hätte, da gibt es auch noch Konflikte, die länger zurück-liegen.
Jessen lässt Deutsche wie Polen gnadenlos an der viel gepriesenen interkulturellen Kommunikation scheitern, fährt an beiden Fronten Klischees auf und lässt den schönsten Tag im Leben im Desaster enden. Integriert, zeigt er, ist Frieder noch lange nicht. Dabei spricht er doch Polnisch. Barbara Munker
Wertung: xxxxxx
Schauburg, DD








