Kino
Mittwoch, 23. September 2009
Das Grauen hinterm Märchen
Birgit Roschy
Waris Dirie, die ihr Geburtsjahr auf 1965 schätzt, machte als exotisches Model aus der afrikanischen Wüste Furore. Dann, auf dem Höhepunkt ihrer Karriere,
schockierte sie mit der Enthüllung, dass sie als kleines Mädchen beschnitten wurde. Seit ihrem Bruch des Schweigetabus kämpft sie gegen weibliche Genitalverstümmelung.
Im Film erscheint das Leben der kleinen Ziegenhirtin im Schoß ihrer großen, muslimisch-somalischen Nomadenfamilie zunächst als romantische afrikanische Idylle. Nach einem Zeitsprung von mehreren Jahren streunt sie obdachlos durch London. Sie schlüpft bei der quirligen Verkäuferin Marilyn unter und arbeitet als Putzfrau. Dabei wird das todschüchterne Aschenputtel von einem Starfotografen entdeckt. Während Waris’ holprigem Aufstieg zum Model führen Rückblenden zum blutigen, aber dezent von oben gefilmten Kern ihrer traumatischen Vergangenheit.
Regisseurin Sherry Horman, durch launige Komödien bekannt, weiß, was sie der großen Leserschaft schuldig ist. So ist diese Filmbiografie ebenso schön anzuschauen wie bewegend, vermeidet aber weitgehend sentimentale Effekthascherei.
Dass man sich am einzigen „Special Effect“, Hauptdarstellerin Liya Kebede, so anmutig wie schutzbedürftig, nicht sattsehen kann, ist dem Film kaum vorzuwerfen. Das grazile Reh verstärkt natürlich die Erschütterung über die allmählich zutage kommenden Ungeheuerlichkeiten, die an grausame alte Märchen erinnern, aber tagtäglich auch im Westen geschehen.
„Wüstenblume“ - Cinemaxx, UCI, Ufa, DD; Freiberg
Im Film erscheint das Leben der kleinen Ziegenhirtin im Schoß ihrer großen, muslimisch-somalischen Nomadenfamilie zunächst als romantische afrikanische Idylle. Nach einem Zeitsprung von mehreren Jahren streunt sie obdachlos durch London. Sie schlüpft bei der quirligen Verkäuferin Marilyn unter und arbeitet als Putzfrau. Dabei wird das todschüchterne Aschenputtel von einem Starfotografen entdeckt. Während Waris’ holprigem Aufstieg zum Model führen Rückblenden zum blutigen, aber dezent von oben gefilmten Kern ihrer traumatischen Vergangenheit.
Regisseurin Sherry Horman, durch launige Komödien bekannt, weiß, was sie der großen Leserschaft schuldig ist. So ist diese Filmbiografie ebenso schön anzuschauen wie bewegend, vermeidet aber weitgehend sentimentale Effekthascherei.
Dass man sich am einzigen „Special Effect“, Hauptdarstellerin Liya Kebede, so anmutig wie schutzbedürftig, nicht sattsehen kann, ist dem Film kaum vorzuwerfen. Das grazile Reh verstärkt natürlich die Erschütterung über die allmählich zutage kommenden Ungeheuerlichkeiten, die an grausame alte Märchen erinnern, aber tagtäglich auch im Westen geschehen.
„Wüstenblume“ - Cinemaxx, UCI, Ufa, DD; Freiberg








