Kino
Mittwoch, 3. März 2010
Blut, Blut, Räuber saufen Blut
Andreas Körner
Ketzerische Frage: Kämen Franzosen auf die Idee, einen opulenten Film über den Bauernkrieg in Deutschland zu drehen? Jo Baier (Stauffenberg, Der Laden) jedenfalls stand als Regisseur einer wahrhaft immens angelegten deutsch dominierten Produktion über das Frankreich des 16. Jahrhunderts vor. Nach 155 Minuten ist man klüger.
Protestanten kämpfen gegen Katholiken, Königin Katharina de Medici herrscht mit gestrenger Miene, während sich langsam aus dem Süden ein Name ins Bewusstsein der Franzosen meißelt: Henri, Prinz von Navarra. Der stattliche Hugenotte wird lernen müssen, was Räson und Diplomatie bedeuten, wird nach vielen Siegen auf den wegweisenden Handel eingehen, nach Paris heiraten, die fesche Margot nehmen und die sagenumwobene Bartholomäusnacht erleben, in der Tausende Gleichgesinnte sterben. Dabei war er doch als Nachfolger des Throns bestimmt, dann, wenn der Rest des Alt- und kranken Jung-adels dahingeschieden ist. König Henri IV – das klingt. Doch Räuber saufen nun mal Blut, und so ist weder der Macht noch der Liebe ein gutes Ende beschieden, wie Geschichtsbücher wissen. Der „gute König“ – Heinrich Mann hat einen Roman über ihn geschrieben.
Der diente als Vorlage. „Hen-ri IV“ ist aber keine fein sezierende Analyse bahnbrechender Zeiten, kein Porträt eines in innere und äußere Konflikte verstrickten Humanisten, sondern ein vordergründig wildes Gemälde aus Schlacht, Hass, Verrat, Blut. Und Blut. Mit Hannelore Hoger, Joachim Król, Ulrich Noethen, Sandra Hüller …
Henri IV - Cinemaxx, UCI, Ufa, DD
Protestanten kämpfen gegen Katholiken, Königin Katharina de Medici herrscht mit gestrenger Miene, während sich langsam aus dem Süden ein Name ins Bewusstsein der Franzosen meißelt: Henri, Prinz von Navarra. Der stattliche Hugenotte wird lernen müssen, was Räson und Diplomatie bedeuten, wird nach vielen Siegen auf den wegweisenden Handel eingehen, nach Paris heiraten, die fesche Margot nehmen und die sagenumwobene Bartholomäusnacht erleben, in der Tausende Gleichgesinnte sterben. Dabei war er doch als Nachfolger des Throns bestimmt, dann, wenn der Rest des Alt- und kranken Jung-adels dahingeschieden ist. König Henri IV – das klingt. Doch Räuber saufen nun mal Blut, und so ist weder der Macht noch der Liebe ein gutes Ende beschieden, wie Geschichtsbücher wissen. Der „gute König“ – Heinrich Mann hat einen Roman über ihn geschrieben.
Der diente als Vorlage. „Hen-ri IV“ ist aber keine fein sezierende Analyse bahnbrechender Zeiten, kein Porträt eines in innere und äußere Konflikte verstrickten Humanisten, sondern ein vordergründig wildes Gemälde aus Schlacht, Hass, Verrat, Blut. Und Blut. Mit Hannelore Hoger, Joachim Król, Ulrich Noethen, Sandra Hüller …
Henri IV - Cinemaxx, UCI, Ufa, DD







