Bühne
Mittwoch, 1. Februar 2012
(Sächsische Zeitung)
(Sächsische Zeitung)
Kampfkarpfengefahr
von Christian
Ruf
„Für Baba Jaga ist es eine völlig neue Erfahrung, dass sie noch die Normalste ist“ (RegisseurOlaf Becker)
Im Internet
Baba Jaga, die personifizierte russische Katastrophe, rutscht an der Comödie Dresden in ihr nächstes Dilemma. Die Ausgangslage des vierten Teils der von Michael Kuhn und Georg Wintermann verfassten Kult-Komödie: Nachdem es monatelang auf Erden regnete und ihr Haus auf Hühnerbeinen droht im Schlamm zu versinken, hechtet die Hexe Baba Jaga gurgelnd vor Wut ins Wasserreich, um den einzig Schuldigen für diese Misere zur Rechenschaft zu ziehen: Zar Wasserwirbel!
Der griesgrämige Schlabberonkel lebt zum einen auf großem Fuß (Jürgen Mai hat Gummifüße mit mindestens Schuhgröße 62 verpasst bekommen), zum anderen zwischen Schlingpflanzen, Algen und allerlei Wassergetier im kühlen Nass. Das macht es für die wasserscheue Hexe nicht leicht, zumal da zwei recht eklige Zeitgenossen sind, die finstere Pläne verfolgen: Da wäre zum einen Berta, die Bulimiequalle, zum anderen Kuno, der intrigante Minister-Kampfkarpfen, der von Christian Kühn gespielt wird. „Nachdem Kühn in den letzten Inszenierungen immer sympathische Figuren spielte, freut er sich nun darauf, auch mal den Bösen zu mimen“, versichert Olaf Becker, der nicht nur Co-Produzent ist, sondern auch Regie führt.
Ehe sie sichs versieht, findet sich Baba Jaga also in einem knallbunten Haufen „lustiger wie bekloppter“ Meeresbewohner wieder, die allesamt einen ordentlichen Schaden an den Kiemen haben, ob nun der „Eunuchenbarsch“, die „Unwettertante“ oder auch Irene „aus und mit dem finnischen Meerbusen“. Mit von der Partie ist auch Fisch Ferdinand, der immer ein Elvis-Lied auf den Lippen hat und sich für den „King“ hält. „Für Jaga ist es eine völlig neue Erfahrung, dass sie noch die Normalste ist“, meint Becker.
Mitten drin in dieser Blubberschlabberschlammschlachtkomödie für Jung und Alt, in der sieben Schauspieler ein Dutzend Figuren verkörpern, ist auch das Bauernmädchen Marie (gespielt von Mandy Partzsch). Ihr droht die Zwangsheirat mit Zar Wasserwirbel, der laut Textvorlage früher mal Ministerpräsident „in Niederwasser“ war, „was nicht die einzige politische Anspielung in diesem Stück sein wird“, wie Becker beteuert.
Doch Baba Jaga wäre nicht die Hexe, wie sie leibt und lebt, wenn sie nicht mit grinsender Hinterlist und raffinierter Senfgurkentaktik versuchen würde, das holde Mädel vor ihrem schrecklichen Schicksal zu bewahren.
Was das Bühnenbild angeht, da gibt es nur eines. Zar Wasserwirbel thront in einem alten Walgerippe, an zentraler Stelle: der Muschelthron des Unter(wasser)welt-Bosses. Rechts und links, in den (Papp-)Felsen, sind einige Löcher, aus denen dann die Techniker im Bedarfsfall (Fisch-)Muppets durchstrecken.
Vier Wochen wurde geprobt. „Das erste Mal sind nur Schauspieler dabei, die das Baba Jaga-Konzept kennen, die nicht verdutzt sind, dass hier pantomimisch völlig überzogen gespielt werden darf“, erklärt Becker. Was die Karten angeht, sollte man sich ranhalten. 31 Vorstellungen sind alles in allem angesetzt, 14 000 von möglichen 18 000 Karten bereits verkauft.
„Die Hexe Baba Jaga und Zar Wasserwirbel“
3. bis 26. Februar, Comödie, DD
Tickets: ab 18 Euro
Hotline: 0351 / 866410
Der griesgrämige Schlabberonkel lebt zum einen auf großem Fuß (Jürgen Mai hat Gummifüße mit mindestens Schuhgröße 62 verpasst bekommen), zum anderen zwischen Schlingpflanzen, Algen und allerlei Wassergetier im kühlen Nass. Das macht es für die wasserscheue Hexe nicht leicht, zumal da zwei recht eklige Zeitgenossen sind, die finstere Pläne verfolgen: Da wäre zum einen Berta, die Bulimiequalle, zum anderen Kuno, der intrigante Minister-Kampfkarpfen, der von Christian Kühn gespielt wird. „Nachdem Kühn in den letzten Inszenierungen immer sympathische Figuren spielte, freut er sich nun darauf, auch mal den Bösen zu mimen“, versichert Olaf Becker, der nicht nur Co-Produzent ist, sondern auch Regie führt.
Ehe sie sichs versieht, findet sich Baba Jaga also in einem knallbunten Haufen „lustiger wie bekloppter“ Meeresbewohner wieder, die allesamt einen ordentlichen Schaden an den Kiemen haben, ob nun der „Eunuchenbarsch“, die „Unwettertante“ oder auch Irene „aus und mit dem finnischen Meerbusen“. Mit von der Partie ist auch Fisch Ferdinand, der immer ein Elvis-Lied auf den Lippen hat und sich für den „King“ hält. „Für Jaga ist es eine völlig neue Erfahrung, dass sie noch die Normalste ist“, meint Becker.
Mitten drin in dieser Blubberschlabberschlammschlachtkomödie für Jung und Alt, in der sieben Schauspieler ein Dutzend Figuren verkörpern, ist auch das Bauernmädchen Marie (gespielt von Mandy Partzsch). Ihr droht die Zwangsheirat mit Zar Wasserwirbel, der laut Textvorlage früher mal Ministerpräsident „in Niederwasser“ war, „was nicht die einzige politische Anspielung in diesem Stück sein wird“, wie Becker beteuert.
Doch Baba Jaga wäre nicht die Hexe, wie sie leibt und lebt, wenn sie nicht mit grinsender Hinterlist und raffinierter Senfgurkentaktik versuchen würde, das holde Mädel vor ihrem schrecklichen Schicksal zu bewahren.
Was das Bühnenbild angeht, da gibt es nur eines. Zar Wasserwirbel thront in einem alten Walgerippe, an zentraler Stelle: der Muschelthron des Unter(wasser)welt-Bosses. Rechts und links, in den (Papp-)Felsen, sind einige Löcher, aus denen dann die Techniker im Bedarfsfall (Fisch-)Muppets durchstrecken.
Vier Wochen wurde geprobt. „Das erste Mal sind nur Schauspieler dabei, die das Baba Jaga-Konzept kennen, die nicht verdutzt sind, dass hier pantomimisch völlig überzogen gespielt werden darf“, erklärt Becker. Was die Karten angeht, sollte man sich ranhalten. 31 Vorstellungen sind alles in allem angesetzt, 14 000 von möglichen 18 000 Karten bereits verkauft.
„Die Hexe Baba Jaga und Zar Wasserwirbel“
3. bis 26. Februar, Comödie, DD
Tickets: ab 18 Euro
Hotline: 0351 / 866410








