Bühne
Donnerstag, 26. Januar 2012
(Sächsische Zeitung)
(Sächsische Zeitung)
Der Körper – eine gefährliche Waffe
Christian Ruf
Made in China: In der Show „Die Rückkehr der Shaolin“ versuchen mutige Mönche, den Schmerz zu beherrschen.
Mit absoluter Konzentration erreichen die Mönche die Stufe der absoluten Schmerzunempfindlichkeit. Foto: PR
Im Internet
Lange hatte Ku Fu einen schlechten Leumund. Aber seit Filmen wie „Hero“, „Tiger & Dragon“ oder auch „Kung Fu Panda“ ist das anders, ist Kung Fu als Kunst auch jenseits der Underdogs der Gesellschaft angekommen. Viele wissen mittlerweile: Kung Fu ist nicht nur ein methodisches Kampfsystem, sondern auch eine elementare Lebensphilosophie mit ganzheitlichem Ansatz. Einerseits geht es um das Streben nach Vollkommenheit und innerer Schönheit, andererseits um Waffen. Um lange, kurze und auch weiche Waffen. Kampfgerät Nummero Eins ist der Körper. Immer wieder wird, auch in der Show „Die Rückkehr der Shaolin“, die am Freitag in der Energie-Verbund-Arena in Dresden zu sehen ist, gekämpft. Mann gegen Mann.
Der Oberbegriff für alle Kampfkünste ist allerdings Wushu, was in etwa mit „aufhören zu kämpfen“ zu übersetzen wäre. Kung-Fu-Kämpfer haben an sich keine Tötungsabsicht. Die Mönche sind keine Pazifisten, aber sie, die ihre Dienste so häufig in den Dienst des Kaisers stellten, sind immerhin zu der Erkenntnis gelangt, dass es nur zu Zwecken der Verteidigung gestattet ist, die Kunst der Kung-Fu-Kampftechnik anzuwenden. Die geistige und moralische Festigung ist der Grundstein, der den missbräuchlichen Einsatz der Kampfkünste verhindert, auch wenn an sich eine Sentenz aus dem Film „Karate Kid“ gilt, die da lautet: „Kämpfen nicht gut! Aber wenn kämpfen, dann gewinnen!“
Shaolin Mönche kennen (wie die Indianer) „keinen Schmerz und keine Furcht“. Moralischer Anspruch und die körperlichen Anstrengungen, die den Mönchen abverlangt werden, erfordern pure Disziplin. Wenn Körper und Geist im Einklang stehen, entsteht höchste Harmonie.
Die Showelemente stammen direkt aus dem Alltag der Shaolin Mönche, die täglich hart trainieren, um ihren Körper und Geist zu stärken. Ihr Leben steht unter dem Motto: „Nur wer seine Kraft und Energie im Körper in Einklang bringt, wird imstande sein, das Qi zu beherrschen“. Dieses Qi ist „die Lebensenergie, die Basis der Kraft, die den Körper handeln lässt“.
Deshalb zerbrechen Steinplatten am kahl rasierten Mönchsschädel; wird mit der bloßen Faust ein Nagel eingeschlagen, was sonst eigentlich nur ein mit Zaubertrank vollgepumpter Gallier zu tun vermag. Manchmal schmerzt schon das pure Zusehen. Den Geist der Schwere überwinden – darauf kommt‘s an. Kung Fu, das ist nicht zuletzt auch „Zeit plus Schweiß“, um mal eine alte Weisheit zu zitieren.
Bei fast jeder Demonstration von Körperbeherrschung hält man als Langnase die Luft an. Wenn hier ein Mann mit einem Holzknüppel geschlagen wird, windet er sich nicht wie ein „gefoulter“ italienischer Fußballer minutenlang am Boden. Stattdessen faltet er die Hände, atmet tief durch – und weiter geht‘s.
Die Erfahrung früherer Gastspiele lehrt, dass nicht nur „gekloppt“, sondern auch die klassische und älteste Übung des Kung Fun, die Tier-Imitation, gezeigt wird. Viel wird in der Regel auch auf die Verkündigung philosophischer Weisheiten gelehrt. Die Erkenntnis, dass „Überheblichkeit der Anfang allen Unterliegens ist“, kann manchen Kriegern gar nicht oft genug ins Stammbuch geschrieben werden.
„Die Rückkehr der Shaolin“
27. Januar, 20 Uhr, Energie Verbund Arena, DD
Tickets: 24 bis 46 Euro
Hotline: 0231-91722 90
Der Oberbegriff für alle Kampfkünste ist allerdings Wushu, was in etwa mit „aufhören zu kämpfen“ zu übersetzen wäre. Kung-Fu-Kämpfer haben an sich keine Tötungsabsicht. Die Mönche sind keine Pazifisten, aber sie, die ihre Dienste so häufig in den Dienst des Kaisers stellten, sind immerhin zu der Erkenntnis gelangt, dass es nur zu Zwecken der Verteidigung gestattet ist, die Kunst der Kung-Fu-Kampftechnik anzuwenden. Die geistige und moralische Festigung ist der Grundstein, der den missbräuchlichen Einsatz der Kampfkünste verhindert, auch wenn an sich eine Sentenz aus dem Film „Karate Kid“ gilt, die da lautet: „Kämpfen nicht gut! Aber wenn kämpfen, dann gewinnen!“
Shaolin Mönche kennen (wie die Indianer) „keinen Schmerz und keine Furcht“. Moralischer Anspruch und die körperlichen Anstrengungen, die den Mönchen abverlangt werden, erfordern pure Disziplin. Wenn Körper und Geist im Einklang stehen, entsteht höchste Harmonie.
Die Showelemente stammen direkt aus dem Alltag der Shaolin Mönche, die täglich hart trainieren, um ihren Körper und Geist zu stärken. Ihr Leben steht unter dem Motto: „Nur wer seine Kraft und Energie im Körper in Einklang bringt, wird imstande sein, das Qi zu beherrschen“. Dieses Qi ist „die Lebensenergie, die Basis der Kraft, die den Körper handeln lässt“.
Deshalb zerbrechen Steinplatten am kahl rasierten Mönchsschädel; wird mit der bloßen Faust ein Nagel eingeschlagen, was sonst eigentlich nur ein mit Zaubertrank vollgepumpter Gallier zu tun vermag. Manchmal schmerzt schon das pure Zusehen. Den Geist der Schwere überwinden – darauf kommt‘s an. Kung Fu, das ist nicht zuletzt auch „Zeit plus Schweiß“, um mal eine alte Weisheit zu zitieren.
Bei fast jeder Demonstration von Körperbeherrschung hält man als Langnase die Luft an. Wenn hier ein Mann mit einem Holzknüppel geschlagen wird, windet er sich nicht wie ein „gefoulter“ italienischer Fußballer minutenlang am Boden. Stattdessen faltet er die Hände, atmet tief durch – und weiter geht‘s.
Die Erfahrung früherer Gastspiele lehrt, dass nicht nur „gekloppt“, sondern auch die klassische und älteste Übung des Kung Fun, die Tier-Imitation, gezeigt wird. Viel wird in der Regel auch auf die Verkündigung philosophischer Weisheiten gelehrt. Die Erkenntnis, dass „Überheblichkeit der Anfang allen Unterliegens ist“, kann manchen Kriegern gar nicht oft genug ins Stammbuch geschrieben werden.
„Die Rückkehr der Shaolin“
27. Januar, 20 Uhr, Energie Verbund Arena, DD
Tickets: 24 bis 46 Euro
Hotline: 0231-91722 90








