Ausstellungen
Donnerstag, 25. Februar 2010
Konstruktive Falten
Im Forschungszentrum Rossendorf eröffnet die Doppelausstellung „Glöckner + Schröder".
Hermann Glöckner: Faltung, Edelstahlplastik. Foto: PR
Die Herren Burckhardt, Grössl und Nikl: Was haben sie mit Hermann Glöckner (1889-1987), dem großen Dresdner Konstruktivisten zu tun? Sehr viel: 1981 fertigten diese drei Handwerker des damaligen Zentralinstituts für Kernphysik Rossendorf die Edelstahlplastik „Faltung” in ihren Werkstätten. Damals bezeugte eine Metallplatte am Sockel ihre Mühen. Glöckner selbst hatte den Originalentwurf von 1935 bereits 1979 einmal ausformen lassen – heute am Dresdner Leonhardi-Museum platziert. Doch die wenigsten wissen, dass es seit fast 30 Jahren eine zweite Version gibt. Während der Umbauarbeiten des heutigen Forschungszentrums Dresden wäre das Meisterwerk fast vergessen worden.
Doch seit Kurzem schimmert es wieder auf dem neu gestalteten Gelände, direkt vor der Terrasse der schicken Kantine. Die Neuaufstellung ist insofern sensationell, da nur eine Handvoll Freiplastiken von Glöckner existiert. Markant, kühl und elegant steht das durch Diagonalen in vier Dreiecke gefaltete Rechteck für des Meisters typische Fusion von Mathematik und Poesie.
In überraschender geistiger und räumlicher Nähe zu Glöckner hat der Künstler Stefan Schröder (*1966) im lichten Speisesaal zwei Trennwände gestaltet. Die Arbeit heißt „Möglichkeitsfeld” und spielt auf die Experimente im Hochfeld-Magnetlabor des FZD an. Hier wird naturwissenschaftliche Grundlagenforschung betrieben. Schröder nimmt diese Versuche mit zwei farbigen Bildfeldern aus geometrischen Elementen ins Visier. Dass seine Basismodule einst simple Verpackungskartons waren, schadet der Choreografie zwischen Chaos und Ordnung nicht. Wo Glöckner zusammenfaltete, faltet Schröder auseinander. In der aktuellen Ausstellung des FZD zeigt sich diese Verwandtschaft noch verblüffender: Hier wird eine Serie von farbigen Linoleum-Schablonendrucken Glöckners mit weiteren Formalphabeten von Schröder kombiniert.
Die schiere Lust an deren serienmäßigem Recycling fasziniert zwei Künstler – mit dem veritablen Abstand von 77 Lebensjahren. Luise Piehl
Neuaufstellung der Faltung von Hermann Glöckner: 26. Februar, 15.30 Uhr, Forschungszentrum Rossendorf, DD; Ausstellung Stefan Schröder: vom 1. März bis 31. März, Forschungszentrum Rossendorf
Doch seit Kurzem schimmert es wieder auf dem neu gestalteten Gelände, direkt vor der Terrasse der schicken Kantine. Die Neuaufstellung ist insofern sensationell, da nur eine Handvoll Freiplastiken von Glöckner existiert. Markant, kühl und elegant steht das durch Diagonalen in vier Dreiecke gefaltete Rechteck für des Meisters typische Fusion von Mathematik und Poesie.
In überraschender geistiger und räumlicher Nähe zu Glöckner hat der Künstler Stefan Schröder (*1966) im lichten Speisesaal zwei Trennwände gestaltet. Die Arbeit heißt „Möglichkeitsfeld” und spielt auf die Experimente im Hochfeld-Magnetlabor des FZD an. Hier wird naturwissenschaftliche Grundlagenforschung betrieben. Schröder nimmt diese Versuche mit zwei farbigen Bildfeldern aus geometrischen Elementen ins Visier. Dass seine Basismodule einst simple Verpackungskartons waren, schadet der Choreografie zwischen Chaos und Ordnung nicht. Wo Glöckner zusammenfaltete, faltet Schröder auseinander. In der aktuellen Ausstellung des FZD zeigt sich diese Verwandtschaft noch verblüffender: Hier wird eine Serie von farbigen Linoleum-Schablonendrucken Glöckners mit weiteren Formalphabeten von Schröder kombiniert.
Die schiere Lust an deren serienmäßigem Recycling fasziniert zwei Künstler – mit dem veritablen Abstand von 77 Lebensjahren. Luise Piehl
Neuaufstellung der Faltung von Hermann Glöckner: 26. Februar, 15.30 Uhr, Forschungszentrum Rossendorf, DD; Ausstellung Stefan Schröder: vom 1. März bis 31. März, Forschungszentrum Rossendorf






